Konjunkturprognosen 2012 / 2013

Das SECO veröffentlichte im September 2012 die Konjunkturprognosen der Expertengruppe des Bundes: Diese geht von einem eher verhaltenten Wirtschaftswachstum in den kommenden Quartalen aus, da die internationale Abkühlung der Konjunktur auch die Schweizer erreicht hat. Im europäischen Vergleich sei die wirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz jdennoch überdurchschnittlich gut: Für das Jahr 2012 wird von einem Wirtschaftswachstum von 1% ausgegangen.

Im Vergleich zu den europäischen Nachbarstaaten sind die Aussichten für die Schweiz damit durchaus positiv: „Mit einer Rezession (deutlicher BIP-Rückgang über mehrere Quartale) ist jedoch dank der robusten Binnenkonjunktur sowie der stabilisierenden Wirkung der Euro-Untergrenze für die Exportwirtschaft nicht zu rechnen.“ Erwartungsgemäss zeige sich besonders im industriellen Sektor ein eher „gedämpftes Stimmungsbild“, mit einer krisenhaften Verschlechterung der Wirtschaftslage sei in der Schweiz jedoch nicht zu rechnen.

Nach dem relativ guten 1. Quartal 2012 verlangsamte sich das BIP-Wachstum im 2. Quartal. Die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz ist laut der Expertengruppe aktuell von dem Spannungsfeld zwischen den stabilen Binnensektoren (Konsum, inlandorientierte Dienstleistungen) und den unter höherem Druck stehenden Exportsektoren (Industrie, Tourismus) geprägt:

Einerseits fördern und stabilisieren die rekordtiefen Zinsen, die sinkenden Konsumentenpreise und die stetige Zuwanderung die Konjunktur im Inland. Andererseits hat die internationale Konjukturschwäche nun auch bislang robuste Absatzmärkte wie Deutschland und Asien erfasst – die Aussichten für den Export sind dementsprechend weiterhin gedückt.

In diesem Zusammenhang streicht die Expertengruppe die wichtige Rolle der Euro-Untergrenze als Stabilitätsfaktor heraus: „Umso wichtiger ist vor diesem Hintergrund, dass sich die Währungssituation dank der vor gut einem Jahr eingeführten Euro-Untergrenze durch die SNB leicht entschärft hat. Der Franken hat sich gegenüber dem schwächelnden Euro nicht weiter aufgewertet und gegenüber anderen Währungen wie dem US-Dollar sowie vielen asiatischen Währungen sogar etwas abgewertet. Die Wechselkursuntergrenze trägt somit massgeblich dazu bei, die Rahmenbedingungen für die Exportwirtschaft zu verstetigen und erträglich zu halten.“

Die Aussichten für 2013 sind damit in erster Linie vom konjuktureller Umfeld für die Exportwirtschaft abhängig: Vorausgesetzt, dass sich die Wirtschafts- und Finanzlage im Euroraum allmählich wieder stabilisiert, wird ein Jahreswachstum von 1,4% erwartet.

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