Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz gehören zu den höchsten der Welt. Die Mieten und die Ausgaben für den täglichen Bedarf sind eher hoch, dafür sind die Steuern im Vergleich tief.

Einkommen und Ausgaben der Haushalte

Gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) lagen die obligatorischen Ausgaben im Jahr 2009 der Privathaushalte bei durchschnittlich 2720 Franken pro Monat – das entspricht 29 Prozent des Bruttoeinkommens. Im Durchschnitt müssen 12% des Bruttoeinkommens für Steuern aufgewendet werden.
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Zu den obligatorischen Ausgaben zählen neben den Steuern die Sozialversicherungsbeiträge (10%) wie die AHV- und Pensionskassenbeiträge, die obligatorischen Krankenkassenprämien (5%) sowie die monetären Transferausgaben an andere Haushalte (2%).

Das mittlere verfügbare Einkommen der Privathaushalte (d.h. nach Abzug der obligatorischen Ausgaben) lag der Schweiz im Jahr 2009 bei rund 6650 Franken pro Monat. Die grösste Belastung des Haushaltsbudgets bilden die Ausgaben für Wohnen und Energie; durchschnittlich 1495 Franken pro Monat (16% des Bruttoeinkommens). Für Nahrungsmittel und Getränke geben die Haushalte im Durchschnitt knapp 13 Prozent des Bruttoeinkommens aus. Nach Abzug aller Ausgaben blieb den Haushalten monatlich 12,4% des Gesamteinkommens übrig.

Preise und Löhne

Nach den Berechnungen des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) ist das relative Preisniveau der Schweiz höher als in den meisten anderen europäischen Ländern. Bezogen auf das gesamte Bruttoinlandprodukt stand es 2009 bei 135 Indexpunkten (EU 27 = 100). Damit lag das Preisniveau in der Schweiz höher als in den Nachbarländern; im Jahr 2009 um 18 Punkte höher als in Frankreich, um 23 Punkte höher als in Österreich, um 28 Punkte höher als in Deutschland und um 32 Punkte höher als in Italien. Vergleichbar ist das relative Preisniveau der Schweiz mit demjenigen von Norwegen (135 Punkte 2009) und Dänemark (142 Punkte 2009).

Gemäss den Erhebungen des Bundesamts für Statistik lag der monatliche Bruttomedianlohn im Jahr 2010 bei 5979 Franken. Die 10 Prozent der Arbeitnehmenden mit den geringsten Löhnen verdienten weniger als 3953 Franken pro Monat, während die 10 Prozent mit den höchsten Löhnen mehr als 10’833 Franken monatlich bezogen. Der Anteil der Arbeitsstellen, bei denen der Bruttolohn unter 4000 Franken liegt, betrug 2010 10,7 Prozent.

Das Lohnniveau unterscheidet sich zwischen je nach Branche und Wirtschaftsätigkeit: Deutlich über dem Medianlohn liegen die Löhne in den Branchen Forschung und Entwicklung (8498 Franken), Telekommunikation (8527 Franken), öffentliche Verwaltung (8743 Franken), Pharmaindustrie (8941 Franken) und Bankenwesen (9357). Die Textil- und Bekleidungsindustrie (4877 Franken), der Detailhandel (4605 Franken), das Gastgewerbe (4106 Franken) und die persönlichen Dienstleistungen (3698 Franken) liegen am unteren Ende der Lohnskala.