Einleitung
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat am 29.01 2026 in Bern sechs Studien zum Wettbewerb in der Schweiz vorgestellt.
Die Untersuchungen analysieren die Wettbewerbsintensität aus verschiedenen Perspektiven und identifizieren Verbesserungspotenziale.
Gesamtwirtschaftliche Bestandsaufnahme
Drei Studien befassen sich mit gesamtwirtschaftlichen Aspekten.
1) Entwicklung der Wettbewerbsintensität in der Schweiz
Eine Untersuchung zur Wettbewerbsintensität kommt zum Schluss,
- dass der Wettbewerb in der Schweiz im europäischen Vergleich insgesamt gut funktioniert.
- Die internationale Konkurrenz wirke im kleinen Binnenmarkt stark disziplinierend.
- Allerdings bleibe die Konzentration in historisch regulierten Bereichen wie Post- oder Telekommunikationsdienstleistungen erhöht.
2) Die Wirkungen des Industriezollabbaus auf Konsumentenpreise
Eine Studie über die Wirkungen des Industriezollabbaus weist nach,
- dass die Abschaffung der Industriezölle zu messbaren Preissenkungen bei Konsumgütern geführt hat.
- In den ersten zwölf Monaten nach Inkrafttreten des Industriezollabkommens (IZA) sanken die Preise im Mittel um rund 1 Prozent.
- Die Haushalte werden dadurch um geschätzte 180 Franken pro Jahr entlastet.
3) Wettbewerbsverbote und verwandte Klauseln in der Schweiz
Eine gesamtwirtschaftliche Studie über Wettbewerbsverbote untersucht
- nachvertragliche Konkurrenzverbote («Non-Compete»-Klauseln) auf dem Arbeitsmarkt.
- Solche Klauseln sind in der Schweiz weit verbreitet und reichen über sensible Tätigkeiten hinaus.
- Viele seien zudem weit gefasst oder unvollständig, etwa ohne klare zeitliche oder räumliche Begrenzung.
Spezifische Märkte im Fokus
Drei weitere Studien analysieren ausgewählte Märkte.
4) Finanzdienstleistungen in der Schweiz nach dem Wegfall der Credit Suisse
Eine Untersuchung zum Bankenmarkt nach der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS zeigt,
- dass sich der Wettbewerb nicht flächendeckend verschlechtert hat.
- In spezialisierten Segmenten wie grossvolumigen Unternehmensfinanzierungen oder bestimmten Kapitalmarkt- und Depotdienstleistungen bestehen jedoch mögliche Engpässe.
5) Administrierte Preise
Eine Studie zu administrierten, also staatlich regulierten Preisen identifiziert
- Potenzial für wettbewerbsfreundlichere Alternativen,
- etwa in der postalischen Grundversorgung
- oder bei staatlichen Importregelungen für Agrargüter.
6) Finanzierungsvorteile von Staatsunternehmen
Eine Studie über Finanzierungsvorteilen von Staatsunternehmen befasst sich
- mit staatsnahen Unternehmen und untersucht,
- ob diese von günstigeren Finanzierungsbedingungen profitieren.
- Sie zeigt auf, wie Transparenz und Governance zur Wettbewerbsneutralität beitragen können.
Fazit des SECO
Das SECO betont, dass der Wettbewerb in der Schweiz insgesamt gut funktioniere, die Wahrung und Intensivierung jedoch eine Daueraufgabe bleibe. Die Ergebnisse der Studien fliessen in die laufenden Arbeiten des SECO zur Stärkung des Wettbewerbs und des Wirtschaftsstandorts ein.
Weiterführende Informationen
- Entwicklung der Wettbewerbsintensität in der Schweiz
- Die Wirkungen des Industriezollabbaus auf Konsumentenpreise
- Wettbewerbsverbote und verwandte Klauseln in der Schweiz
- Finanzdienstleistungen in der Schweiz nach dem Wegfall der Credit Suisse
- Administrierte Preise
- Finanzierungsvorteile von Staatsunternehmen
Quelle
LawMedia Redaktionsteam
