Die Hochschule Luzern (HSLU) und das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) haben den zweiten Kantonalen Innovations- und Kreativitätsindex (KIKI 2026) veröffentlicht. Der Kanton Zug behauptet seine Spitzenposition, während steuerliche Rahmenbedingungen wie die Patentbox in anderen Kantonen messbare Effekte zeigen.
Nach der Erstausgabe im Vorjahr ist KIKI 2026 nun als jährlich erscheinende Publikation etabliert. Neu fungiert das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) als offizielle Mitherausgeberin neben der HSLU.
Der Index misst:
- das Innovationspotenzial
- und die kreative Leistung der Schweizer Kantone
- anhand von insgesamt 102 Indikatoren, die methodisch an den «Global Innovation Index» (GII) angelehnt sind.
Ranking KanTone

Das Kantonsranking vergleicht die Innovationskraft der Regionen: Wer punktet mit Wissen, Kreativität und Fortschritt? Selbst die schwächsten Positionen überzeugen dabei mit einer starken Performance.
Profile der KanTone

Die kantonalen Profile bieten eine standardisierte Übersicht über individuelle Stärken und Schwächen – frei von Vergleichseinflüssen. So wird sofort erkennbar, worin jeder Kanton besonders stark ist.
Index

Die Website kiki-icic.ch wird demnächst um interaktive Grafiken erweitert. Bis dahin steht der vollständige Bericht als PDF-Download zur Verfügung.
Stabilität an der Spitze
Das Gesamtranking zeigt an der Spitze ein stabiles Bild:
- Der Kanton Zug belegt erneut den ersten Platz (+0.5 Punkte),
- gefolgt von Basel-Stadt auf Rang 2
- und dem Kanton Zürich auf Rang 3.
- Genf konnte sich um zwei Plätze auf Rang 4 verbessern,
- während Neuenburg die Top 5 komplettiert.
Die Analyse unterscheidet zwischen
- «Input-Faktoren»
- Bildung
- Forschung
- Diversität
- unterstützende Faktoren
und
- «Output-Faktoren»
- Patente/Marken
- Kultur
- Unternehmen/Start-ups
- Wirtschaftswachstum
Dabei zeigt sich eine hohe Korrelation: Kantone, die viel in Innovationsförderung und Bildung investieren, erzielen in der Regel auch höhere Output-Werte.
Einfluss rechtlicher und steuerlicher Rahmenbedingungen
Der Bericht hebt hervor, wie gezielte gesetzgeberische Massnahmen die Innovationskraft beeinflussen.
- So verzeichnete der Kanton Luzern (Gesamtrang 15) deutliche Gewinne im Teilbereich Umwelt, was die Studienautoren auf verbesserte steuerliche Rahmenbedingungen, namentlich die Einführung der Patentbox, zurückführen.
- Auch der Kanton Schwyz (Rang 9) profitierte im Bereich Unternehmen und Start-ups von seinen steuerlichen Konditionen.
- Nidwalden (Gesamtrang 12) belegt im Teilbereich «Patente und Designs» dank global tätiger Industrieunternehmen den zweiten Platz hinter Zug.
- Der Kanton Uri (Rang 26) weist trotz seiner Platzierung eine überdurchschnittlich hohe Start-up-Intensität auf.
Neuerungen in der Methodik
Gegenüber dem Vorjahr wurde die Methodik weitgehend beibehalten, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
Neu integriert wurde eine Auswertung nach den sieben Schweizer Grossregionen (NUTS-2).
Zudem wurden die Datenreihen rückwirkend harmonisiert; Indikatoren mit hoher Volatilität wurden mittels gleitender Durchschnitte geglättet. Der Index umfasst neu auch Quartalsschätzungen für das kantonale BIP.
Fazit
Der KIKI 2026 dient Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft als Instrument, um regionale Stärken und Schwächen im nationalen Innovationssystem zu identifizieren.
Weiterführende Informationen
Kantonaler Innovations- und Kreativitätsindex
Innovationsstandort
Quelle
LawMedia Redaktionsteam
Bildquellen: HSLU / https://kiki-icic.ch/de
